Tauchsport - mit Sicherheit  fotos/WenollLogo.gif - ein faszinierendes Hobby oder Erfahrungen mit dem WENOLL-System

Als Taucher gehen wir einem faszinierendem Hobby nach, welches im Normallfall - das heißt mit der entsprechenden Um- und Vorsicht betrieben - auch keine höheren Risiken birgt als andere Sportarten. Die wenigen Unfälle können jedoch durchaus folgenschwer verlaufen, da sie im wesentlichen immer mit einem Übermaß an im Körper angereichertem Stickstoff zu tun haben.

In unserem Verein, dem SRTV (Sport- und Rettungstauchverein Berlin e.V.), steht Sicherheit beim Tauchen noch vor dem Spaß am Hobby. Daher werden bei uns auch regelmäßig neben Übungen im Pool diverse Kurse zur Lebensrettung und -erhaltung absolviert. Die wirksamste Methode zur Behandlung von Dekounfällen ist bekanntermaßen die Dekokammer, der Weg dorthin ist in der Regel jedoch recht weit. Als Erste Hilfe mit nachgewiesener Wirksamkeit ist die - möglichst 100%tige Sauerstoffgabe bis zum Eintreffen in der Dekokammer zu nennen.

Der letzte, durch unseren Verein durchgeführte Kurs behandelte daher die Sauerstoffspende mittels WENOLL-System. Den Teilnehmern des Kurses wurde die Anwendung dieses Systemes unter Zuhilfenahme umfangreichen Informationsmateriales und anschaulichen OH-Folien vermittelt.

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Viele Sauerstoffsysteme bieten selten mehr als eine 30-40%tige

O2-Konzentration bei einer maximalen Anwendungsdauer von nur ca. 20-30 Minuten. Beim WENOLL-System handelt es sich um ein Komplettsystem für die normobare Sauerstofftherapie im geschlossenen Atmungskreislauf. Den WENOLL-Notfallkoffer erhält man in 3 Größen. Mit den beiden größeren kann man bis zu 2 Patienten gleichzeitig behandeln. Der Kofferinhalt besteht im wesentlichen aus der Sauerstoffflasche, einem Druckregler sowie dem Atemsystem.

Bei Therapieplan 1 ermöglicht das System bei einer Sauerstoffflasche von 2 Liter Rauminhalt eine nahezu 100%tige Sauerstoffgabe über den Zeitraum von 8 Stunden, vorausgesetzt man tauscht den im System integrierten CO2-Absorber nach 4 Stunden aus. Hat man nur einen Absorber zur Verfügung, erreicht man nach Therapieplan 2 immerhin noch eine Behandlungsdauer von 5 Stunden. Dies ist zumindest ein großer Schritt bis zur rettenden Dekokammer. Durch einen im Kreislauf integrierten Rückatembeutel sind Eigenatmung und Atemvolumen des Patienten ständig unter visueller Kontrolle. Ist eine selbstständige Atmung des Patienten nicht mehr feststellbar, kann der Patient ohne Systemwechsel mittels dieses Rückatembeutels manuell beatmet werden.

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Häufig wird dem WENOLL-System vorgeworfen, es sei zu kompliziert und der Zusammenbau koste zu viel Zeit. Dem konnten wir während unseres Kurses mit erfreulichen Ergebnissen widersprechen. Alle Anschlüsse des Systemes sind unverwechselbar geformt und durch zusätzliche Farbmarkierungen nicht falsch zusammenzubauen. Ein ungeübter Anwender war nach kurzer Einführung in der Lage, das System nach nur ca. 3 Minuten in Betrieb zu nehmen - nach mehreren praktischen "Einsätzen am lebenden Objekt" sank die Zeit bei geübten Anwendern auf 52 Sekunden. Betrachtet man dieses Ergebnis, sowie die Werte die das WENOLL-System in der Anwendung liefert, so trifft das wohl eine eindeutiges Aussage über dessen Qualität und Leistungsfähigkeit. Dies alles bekamen wir von unseren ausgebildeten WENOLL-Instruktoren während eines mehrstündigen Seminares vermittelt und durch Ablegen einer Abschlußprüfung mit Zertifikat bestätigt.

In ganz Deutschland gibt es meines Wissens 38 WENOLL-Instruktoren, die Resonanz in Bezug auf eine Ausbildung in der Sauerstofftherapie mittels dieses hervorragenden Systems ist allerdings sehr gering. Ich hoffe sehr (für unser aller Sicherheit), daß dies nicht daran liegt, mit einem entsprechenden Kurs "nicht genug Kohle" machen zu können. Letzten Endes sollte sich jeder Taucher vor Augen halten, daß regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse nach erfolgreicher Absolvenz in vielen Fällen Leben retten können. Die Mitgliedschaft in einem Verein setzt eine gewisse Einsatzbereitschaft voraus. Davon leben und daraus schöpfen diese Interessengemeinschaften - für alle gemeinsam und auch für den Einzelnen. Die Gabe reinen Sauerstoffs gehört bei unserem Hobby mit zu den wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen und sollte daher mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden.

Da 2 WENOLL-Instruktoren Berlins Mitglieder unseres Vereines sind und dieser im Besitz eines WENOLL-Koffers ist, lag also nichts näher, als den mittlerweile zehnten WENOLL-Kurs durchzuführen. Ansprechendes Schulungsmaterial, Einsatzfreude unserer Ausbilder sowie der Spaß aller Teilnehmer am Kurs haben zu einem gelungenen Ausbildungswochenende beigetragen. Wir hoffen sehr, daß dieses Beispiel Schule macht und bieten interessierten Tauchsportfreunden an, an einem der nächsten Seminare teilzuhaben.

Über den Termine (abhängig von der Zahl der Interessenten) und die zu erwartenden Kosten gibt unser Verein gerne Auskunft.

© F. Nolte SRTV Berlin e.V.

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